ADHS-Diagnostik

Viele Jahre wurde angenommen, dass das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) ausschließlich bei Kindern und Jugendlichen auftritt und sich bis zum Erwachsenenalter "auswächst". Obwohl viele betroffene Kinder im späteren Leben tatsächlich gut zurecht kommen, wissen wir inzwischen, dass die Symptomatik auch bis ins Erwachsenenalter persistieren kann. Betroffene haben mit den Jahren häufig gelernt, sich an soziale Regeln und Normen anzupassen. Dafür zahlen sie aber meist einen Preis: Erschöpfung.

 

Hinzu kommt: Wenn im Kindesalter keine Diagnose gestellt wurde, weil die Kinder "unter dem Radar" geblieben sind, ist die Persönlichkeitsentwicklung geprägt von Kompensation der zugrundeliegenden ADHS-Symptomatik: Konzentrationsstörungen wird mit Perfektionismus begegnet, Vergesslichkeit über unzählige To-Do-Listen und Apps kompensiert, Getriebenheit wird zu "Geschäftigkeit". Trotz der resultierenden Erschöpfung bleiben häufig Selbstzweifel und das Gefühl, dass andere ihr Leben scheinbar leichter bewältigen können und man am Ende doch hinter den eigenen Erwartungen zurück bleibt. Diese enormen Anstrengungen führen mit den Jahren nicht selten zu Überforderungsgefühlen und einer massiven Erschöpfung, die sich auch in anderen seelischen Folgeerkrankungen, u.a. einer depressiven Symptomatik oder Substanzmissbrauch äußern kann. 

 

Unabhängig davon, ob Sie eine Behandlung der ADHS wünschen und in welcher Form: Betroffene erleben es meist schon als entlastend, einen Namen und eine Erklärung für ihre "Andersartigkeit" zu haben. Mein Anliegen ist es, dass Sie sich selbst besser verstehen, ihre Stärken zu schätzen lernen und sich mit mehr Mitgefühl begegnen können.

 

 

ADHS bei Frauen

Vor allem bei Frauen herrscht häufig (gesellschaftlich bedingt) eine eher träumende, weniger hyperaktive Symptomatik vor - Sie fallen in der Schule dadurch seltener negativ auf, als Jungen mit ADHS, wenngleich der Leidensdruck vergleichbar ist. In Schwellensituationen, z.B. Auszug aus dem Elternhaus, Elternschaft, Menopause, können die Kompensationsstrategien dann plötzlich zum Erliegen kommen und die Symptome nehmen zu. Frauen mit ADHS sind häufig überdurchschnittlich emphatisch und sozial engagiert, nicht selten auf Kosten des eigenen Wohlbefindens. Impulsivität äußert sich häufiger in Shopping oder Essattacken, was durch die Wechselwirkung der zyklusbedingten Hormonschwankungen und der ADHS noch verstärkt wird. 

Ablauf

Ich biete eine sehr sorgfältige, gründliche und effiziente ADHS-Diagnostik an: Zunächst bearbeiten Sie online verschiedene Fragebögen. Dies können Sie bequem von zu Hause erledigen. Sollten sich hierbei Hinweise auf das Vorliegen einer ADHS ergeben, folgt ein persönliches diagnostisches Gespräch in meiner Praxis von 2 bis 3 Stunden Dauer. Bei diesem Termin interessiere ich mich zunächst für Ihre Erfahrungen und Symptome und stelle einige biografische Fragen. Danach führen wir ein standardisiertes diagnostisches Interview durch.

 

Nach Bearbeitung Ihrer Fragebögen ist ein diagnostisches Gespräch inklusive Endergebnis meist innerhalb von 6-10 Wochen möglich.

 

Nach Abschluss des diagnostischen Prozesses erhalten Sie von mir einen ausführlichen Befundbericht, den Sie z.B. für eine Vorstellung bei einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie nutzen können. Bitte bedenken Sie, dass es sich hierbei nicht um ein Gutachten (z.B. für die Beantragung eines Grades der Behinderung) handelt. 

Kosten

Für den gesamten Prozess entstehen kalkulierbare Kosten: Sollten die Fragebögen unauffällig ausfallen oder sich Hinweise auf eine andere Symptomatik ergeben, erhalten Sie den Befundbericht und eine Rechnung über ca. 150€. Bei einem anschließenden Diagnostik-Termin in meiner Praxis können Sie insgesamt mit Kosten von 800- 900€ rechnen (inkl. Screening-Fragebögen).

Auf Anfrage kann ich Ihnen gerne meine Honorarvereinbarung zukommen lassen.

 

Bitte beachten Sie, dass mein Angebot sich ausschließlich an Erwachsene richtet und eine Abrechnung mit der gesetzlichen  Krankenversicherungen nicht möglich ist. 

Die Diagnostik wird eventuell anteilig von Ihrer privaten Krankenversicherung oder Beihilfe übernommen. Dies erfragen Sie am besten bereits im Vorhinein bei Ihrem Kostenträger.

 

Wenn Sie eine ADHS-Diagnostik wünschen, melden Sie sich gerne über das Kontaktformular.